07 Emotionales Shopping: 4 Tipps f├╝r weniger Konsum

Aug 4
Kannst du dich noch an die ersten Tage von Ebay erinnern, als man davor sa├č und pl├Âtzlich wie auf Droge nur noch auf diesen einen Artikel geboten hat, weil man den unbedingt haben wollte? Auf einmal hast du Schuhe ersteigert, die nicht mal deine Gr├Â├če hatten! Einfach nur, weil du voll im Rausch warst. Es geht nichtmal mehr darum, die Schuhe zu besitzen, sondern um die Gl├╝cksgef├╝hle, die wir beim Kaufen sp├╝ren. 

Was k├Ânnen wir dagegen tun? In dieser Folge bekommst du 4 Tipps, mit denen du dich gegen den Konsumwahn wappnest.


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Transkript

Kannst du dich noch an die ersten Tage von Ebay erinnern, als man davor sa├č und pl├Âtzlich wie auf Droge nur noch auf diesen einen Artikel geboten hat, weil man den unbedingt haben wollte? Auf einmal hast du Schuhe ersteigert, die nicht mal deine Gr├Â├če hatten. EInfach nur, weil du voll im Rausch warst. Das sind so die ersten krassen Konsumrausch-Symptome an die ich mich erinnere. Denn nichts anderes ist Shoppen ja: Rausch. Es geht nichtmal mehr darum, die Schuhe zu besitzen, sondern um die Gl├╝cksgef├╝hle, die wir beim Kaufen sp├╝ren. Das Problem ist, dass diese Gef├╝hle nicht nachhaltig sind, weil sie halt nur das Ergebnis einer chemischen k├Ârperlichen Reaktion sind. Das is quasi wie Koksen, nur legal und im Preis extrem variabel. Also du kannst dir ne Rolle Tesa f├╝r 50 Cent im Angebot kaufen, oder ne Louis Vuitton Tasche f├╝r 500 statt 1.000 Euro. Der Effekt ist der gleiche (Deshalb schieb ich hier schon mal meinen Spezial -Tipp f├╝r Konsumanf├Ąlle ein, wenn du nicht anders kannst: Geh hardcore shoppen, aber geh daf├╝r auf den Flohmarkt oder in ein Sozialkaufhaus f├╝r Gebrauchttwaren. F├╝r 20 Euro kriegst du da schon richtig viel Zeug). Das Ding ist, dass in diesen F├Ąllen unser Belohnungszentrum im Gehirn anspringt, wenn wir Aussicht auf einen Gewinn haben, zum Beispiel durch ein ach so tolles Super Sonderangebot. Dann sch├╝ttet es den Botenstoff Dopamin aus. Shoppen ist Dope. Und das f├╝hrt dazu, dass f├╝r mehr als die H├Ąlfte der Deutschen ist Shoppen ein Hobby ist. Ey was!? Das find ich wirklich irre. Konsum als Hobby, und dann wundern wir uns, warum wir nicht aus diesem Hamsterrad ausbrechen. 40 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, und dann das sch├Âne Geld f├╝r Zeug ausgeben, um sich Gl├╝cksgef├╝hle zu holen, und das wiederholt sich jeden Monat neu. Also das ist schon absurd. Aber, das ist nicht immer der Fall das wir Opfer dieses Gl├╝cksgef├╝hls werden, sondern wir kaufen uns auch durchaus geplant und gezielt Sachen, um zB unsere Individualit├Ąt auszudr├╝cken. Unsere Religion ist der Individualismus und den m├╝ssen wir nach au├čen tragen. Das Bedarf vermeintlich individualistischen Zeug (klammer auf und Tattoos und iPhones, lol klammer zu), mit dem wir uns zum├╝llen und wider besseren Wissens jeden Tag ein bisschen dazu beitragen diesen Planeten ins Verderben zu st├╝rzen.  dabei ├╝bersehen wir, dass all das Zeug eigentlich schei├čegal ist. Dazu m├Âchte ich folgendes Zitat von Erich Fromm aus seinem Buch Haben oder Sein in den Raum schmei├čen, das da lautet: ÔÇťÔÇ×Wenn ich bin, der ich bin, und nicht, was ich habe, kann mich niemand berauben oder meine Sicherheit und mein Identit├Ątsgef├╝hl bedrohen. Mein Zentrum ist in mir selbst.ÔÇť So, und ich glaube, wenn wir in uns selbst ruhen, und Konsumg├╝tern, wenigstens zum gro├čen Teil ne Absage erteilen, weil wir wissen, dass sie uns kein St├╝ck gl├╝cklicher machen - dann sind wir - zumindest als Individuen - auf nem guten Weg.Und auch wenn du das rational wei├čt und dir da schon deine Gedanken dr├╝ber gemacht hast, passiert es trotzdem immer wieder: Diese unn├Âtigen K├Ąufe von Zeug, dass dir eigentlich schei├čegal ist.Das Problem ist ja, das da eine Armada von Marketing Experten hinter ihrem MacBooks hockt und sich dauernd ├╝berlegt, wie sie unser Gehirn kapern und uns dazu bringen ihr Zeug zu kaufen. Da werden psychologische Tricks angewandt denen wir, vor allem in unseren schwachen Momenten, nur schwer zu entgehen k├Ânnen. Selbst wenn wir genau wissen, wie die Tricks funktionieren. Es ist manchmal einfach ultra schwierig rational zu handeln, wenn wir so krass manipuliert werden. Shoppen ist keine rationale Angelegenheit, sondern es l├Âst eine k├Ârperliche Reaktion aus. Du wei├čt es. Du kaufst trotzdem. Du f├╝hlst dich f├╝r ein paar Minuten gut. Dann bist du genauso unzufrieden wie vorher. Also don┬┤t blame yourself, wenn du dir das dritte paar Sneaker kaufst, obwohl ja ein Paar eigentlich v├Âllig ausreichen w├╝rde. Ok ich glaub jetzte verziehen grad n paar von euch peinlich ber├╝hrt das Gesicht und blicken verst├Ârt auf ihrem Schuhschrank in dem sich pi Mal Daumen 30 Schuhe befinden. Wie viele Paare das irklcih sind, wisst ihr nicht, weil ihr den ├ťberblick verloren habt. Naja jut, so isset halt, so sollen wir ja handeln: kaufen kaufen kaufen. aber vielleicht shoppt ihr ja ab jetzt n bisschen weniger. Und damit das klappt, gucken wir uns jetzt genau daf├╝r Mal ein paar Strategien an. Und zwar in Form von 5 Fragen, die du dir am besten jetzt auf einen Zettel mitschreibst, in dein Portemoinnaie steckst und dir als Homebildschirm aufs Handy schmei├čt. kaufst du, um zu Kompensieren oder weil du es wirklich ben├ÂtigstNa, ist der Sinn des Lebens grad mal wieder unauffindbar ist und du diese L├╝cke/diese innere Leere f├╝llen willst ? Die Unzufriedenheit die dich auf Shopping Plattformen treibt. Suchst du quasi gezielt nach dem SALE um dir dein Gl├╝cksgef├╝hl zu holen, von dem du wei├čt, dass es nur kurzfristig ist? Wenn du diese Frage mit Ja beantworten kannst, wei├čte Bescheid: Du bist gerade definitiv dabei, dein Geld aus dem Fenster zu schmei├čen. Um den Schmerz dieser Geldverschwendung noch besser zu verdeutlichen, stelle dir eine zweite Frage, n├Ąmlich:Wie viele Stunden hast du daf├╝r gearbeitet?Wie viele Stunden hast du gearbeitet, um die 70 Euro netto zu verdienen, die du nun f├╝r diese Schuhe ausgeben willst? Sind dir die Schuhe die Zeit wert, die du daf├╝r f├╝r deine Arbeit aufgewendet hast? Die Stunden im B├╝ro, auf Dienstreise, in Meetings, im Laden: Daf├╝r, dass du diese Zeit dort investiert hast, hast du Geld bekommen. Dein Einsatz war Zeit, du bekommst Geld. Und jetzt bist du kurz davor dieses Geld, also eigentlich deine wertvolle Zeit, in ein Paar Schuhe zu stecken, das du nicht brauchst. Du tauschst deine Zeit gegen ein Paar Schuhe. Das h├Ârt sich vielleicht trivial an, aber denk ├╝ber diesen Mechanismus mal nach: Das ist das Hamsterrad, in dem die meisten sich befinden. Statt Geld dazu zu nutzen, uns wiederum selber Zeit zu kaufen oder es zu investieren um zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt Zeit kaufen in Form von einer Haushaltshilfe z.B., statt das zu tun, kaufen wir Sneaker und sonstiges Zeug. Statt uns unsere aufgewendete ArbeitsZeit wiederzuholen indem wir in Erlebnisse investieren, kaufen wir Schuhe. Hach es ist zum Heulen. Aber gut: so, di erste Frage war: Kaufst du um deine UNzufriedenheit zu kompensieren, ja oder nein, und die zweite Frage ist: wie viele Stunden hast du daf├╝r gearbeitet, also wie viel Lebenszeit sind dir die Schuhe wert?Wie hoch ist das Kleiderkreisel-Potential?Kennst du das? Du kaufst da so nen Blazer in so ner grellen Farbe. Der is im super sonderangebot und sieht ganz sch├Ân geil aus. Der steht dir richtig gut. Aber, naja, du tr├Ągst eigentlich nie Blazer. Du hast dir auch in der Vergangenheit schon Blazer gekauft. Die hattest du maximal einmal an. Auch beim letzten Mal hing ein Blazer ungenutzt im Schrank, und irgendwann hast du dich erbarmt und ihn verkauft. Dazu musstest du erstmal Tragefotos machen, dann deinen Account bei Kleiderkreisel oder KLeinanzeigen, wiederbeleben, dann eine BEschreibung hinzuf├╝gen, dann Nachrichten mit INteressentinnen schreiben, die Extraw├╝nsche hatten, und dann das Ding auch noch verpacken und verschicken. ├ätzend. Du hast dir also mal einen Blazer gekauft, sagen wir, der hat 30 Euro gekostet, tolles Teil. aber gut. Umgerechnet in ZEit hat dich der Blazer 2 Stunden Lebenszeit gekostet. ALS DU IHN GEKAUFT HAST. ABer dann: Der Verkauf: die ganze Arbeit die ich eben beschrieben habe: daf├╝r musstest du wieder Zeit aufwenden, sagen wir, 1 Stunde mit allem drum und dran (die Zeit, die du verschwendet hast als du ihn gekauft hast und dann, immer wenn du den Blazer mal aus dem Schrank geholt hast, um ihn vielleicht doch noch mal anzuziehen um nach 5 Minuten zu entscheiden, hach nee doch nicht, die ZEit lassen wir mal weg). Der Blazer hat dich also schon mindestens 3 Stunden Lebenszeit gekostet und er hat dir original NICHTS gebracht. Also wirklich gar nichts!!! Und dann noch geilste: 30 Euro hast du bezahlt, aber du kriegst jetzt nur noch 10 daf├╝r. monet├Ąr also dick Verlust, plus die ganze Zeit und Mental Load f├╝r den Verkauf. Ok, jetzt haste dir ja 10 Euro wieder holt, die k├Ânntest du ja jetzt sinnvoll einsetzen, aber wieso nicht einfach direkt wieder verprassen? Sind ja nur 10 Euro und daf├╝r kriegst du diese coole Bluse, die da jemand auf der Plattform anbietet! Die hat neu 50 Euro gekostet, und jetzt k├Ânntest du die f├╝r mnr 10 Euro haben!!!Ok, das ist der Kreislauf. Entkomme dem Kreislauf und frage dich: Wie hoch auf einer Skala von 1-10 ist das Kleiderkreisel Potential der Klamotte, die du da gerade kaufen willst? Also wie wahrscheinlich ist es, dass dir genau wieder das passiert, dass du es nicht tr├Ągst und wieder verkaufen wirst? Sei dabei ehrlich. WEnn das Potential gr├Â├čer als 1 ist, kauf es nicht. Entweder es ist genau dein Stil, passt wie angegosse udn passt zum restlichen Kleiderschrank, oder es eben nicht. So, das war die dritte Frage! Kommen wir zur vierten Frage, die du dir stellen kannst: Willst du das Unternehmen unterst├╝tzen? Ich vermute jetzt einfach mal, dass Klimawandel, unfaire Arbeitsbedingungen und zu m├Ąchtige Gro├č-Konzerne nichts sind, was du vorantreiben willst. 100% korrekt zu konsumieren geht nicht. Aber, wir k├Ânnen ja wenigstens diese unn├Âtigen Sachen weglassen, ne. Also diese ganze Kleinigkeiten von denen wir wissen: Is eigentlich nich geil, weil mit Sicherheit nicht fair produziert und, wenn cih ehrlich bin, brauch cih das auch eigentlich gar nicht. ich will das jetzt nur kaufen, diese ganzen K├Ąufe k├Ânnen wir streichen aus unserem Konsumverhalten. Das w├Ąre also die vierte Frage: WIllst du das Unternehmen durch deinen Kauf unterst├╝tzen? Uuuuuuffff, es gibt noch viel mehr Tipps, aber das soll es jetzt erstmal gewesen sein! Fassen wir zusammen: Um aus der Konsumfalle auszubrechen und aus so dem Dopamin-Moment heile und weniger arm wieder rauszukommen stelle dir diese vier Fragen: Kaufe ich, um zu kompensieren oder brauche ich es wirklich?Wie viele Stunden hast du daf├╝r gearbeitet?Wie hoch ist das Kleiderkreisel/Kleinanzeigen-Potential? Also wie viel Zeit wirst du voraussichtlich wieder investieren m├╝ssen, und wie viel Verlust wirst du wohl machen?Willst du das Unternehmen unterst├╝tzen? Wenn nein, kannst du den Kauf weglassen, oder vielleicht bei einem Unternehmen kaufen, dass deinen Werten entsprechend handelt? Wooooow, 4 Fragen, die du f├╝r dich mal ordentlich verarbeiten und weiterdenken kannst. Je mehr du dar├╝ber reflektierst, desto besser bist du gewappnet gegen emotionales Shopping, sprich: Geldverschwendung.Das war es f├╝r diese Folge! Wenn sie dir gefallen hat, teile sie bitte mit allen, von denen du denkst: Ja, die muss das h├Âren! 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