Aktien einfach erklärt für Dummies

Apr 19
Was sind Aktien? 

Die Frage habe ich im Laufe meines Lebens öfter in die Suchmaschine eingegeben, aber den Sinn von Aktien und Aktienmärkten habe ich erst so richtig gecheckt, als ich mir die Geschichte angesehen habe.

Lass uns also mal in die Vergangenheit gucken, damit du nicht nur verstehst, was Aktien sind, sondern auch besser begreifen kannst, warum es Aktien überhaupt gibt. 
Wenn du irgendwas mit Geschichte studiert hast, wird dir die Ostindische Handelskompanie wahrscheinlich was sagen. Das war die weltweit erste richtige Aktiengesellschaft.
Modell der Batavia - Handelsschiff der Ostindischen Kompanie in der Börse Amsterdam
Auf dem Foto siehst du ein Modell der Batavia, einem  Handelsschiff der VOC, und rechts daneben stehen Gewürze, mit denen gehandelt wurde. 

Aktien und ihre Geschichte: Die VOC - Vereinigte Ost-Indische Handels-Compagnie

Um zu verstehen, was Aktien sind und wie sie funktionieren, brauchen viele erstmal eine Antwort auf die Frage „Warum gibt es denn überhaupt Aktien?“ 

Die Antwort lautet schon im Jahr 1602: Um Geld für ein Unternehmen zu sammeln und dabei das Risiko des Investments auf viele Schultern zu verteilen. Bei der Ostindien Kompanie handelte es sich um einen Zusammenschluss von holländischen Kaufleuten, die mit Schiffen regelmäßig nach Asien schipperten, um dort Gewürze zu kaufen.

Die Vorläufer der VOC

Der Gewürzhandel boomte Ende des 16. Jahrhunderts, und die Amsterdamer hatten eine kleine Testflotte nach Asien geschickt, um den erfahrenen Portugiesen im Gewürzhandel Konkurrenz zu machen.

Das Ganze ging finanziell erstmal mehr oder weniger in die Hose, aber dennoch zeigte ihr Vorhaben, dass es ihnen möglich wäre, erfolgreich in den Handel einzusteigen. Was ihnen fehlte: Geld. Für eine Handelsflotte brauchen sie viel Geld, das sie aber nicht hatten.  

Also taten sich jeweils mehrere Kaufleute zu Kompanien zusammen, um gemeinsam Geld einzusammeln und das Risiko auf viele Schultern zu verteilen. Es gab mehrere dieser Kompanien. Sie sammelten bei Investoren jeweils Kapital für ihre Fahrten ein. Diese Investoren waren quasi Aktionäre. Denn war eine Fahrt erfolgreich, bekamen die Investoren ihr Geld zurück sowie eine Gewinnbeteiligung aus dem Verkauf der Gewürze. Das war die Prämie für ihre Risikobereitschaft, in eine Schifffahrt zu investieren. 

Was allerdings zunehmend Probleme bereitete, war die Konkurrenz unter den Gewürzhändler-Kompanien. Da sie sich bei den Investoren in die Quere kamen und auch in Asien beim Einkauf der Gewürze gegeneinander agierten, schwanden die Gewinne. Das wurde für die Investoren immer weniger attraktiv. Anders gesagt: Es war das Risiko nicht mehr wert.

Der Zusammenschluss der Gewürzhändler: Die VOC

Weil die Holländer schon immer ein fortschrittliches Volk waren (wir können uns mal ein paar Scheiben Gouda bei denen abschneiden), waren die Kompanien in Amsterdam so pfiffig, gemeinsame Sache zu machen und sie schlossen sich zur VOC zusammen (niederländisch: Verenigde Oost-Indische Compagnie). 1602 schlossen sich auf Druck hin auch die anderen niederländischen Handelsgesellschaften an. 

Und nun veränderte sich das System ein wenig, denn die VOC wollte nicht für jede Fahrt einzeln Kapital einsammeln, sondern flexibler sein.

Die erste offizielle Aktie

Sie etablierte daher folgendes Modell: Investitionen waren 10 Jahre gebunden und Besitzer eines Anteilsscheins wurden währenddessen in Naturalien am Gewinn beteiligt (später dann auch mit Geld).

Nach den 10 Jahren bekamen sie ihren Einsatz verzinst zurück. Wollte ein Investor seine Beteiligung aufgeben, musste die VOC ihn nicht auszahlen, sondern er konnte seinen Anteilsschein einfach weiterverkaufen.

Die Anteilsscheine (Aktien) waren also frei handelbar, und das war revolutionär. Lief der Handel gut, stiegen die Aktien im Wert. Lief es schlecht, ging die Gewinnbeteiligung (die Dividende) und damit auch  der Wert der Aktie in den Keller.

Unten siehst du einen Anteilsschein der VOC in der Amsterdamer Börse. 
Erste Aktie der VOC in der Börse Amsterdam

Resümee zur VOC

Die Anteilsscheine der VOC waren der Vorläufer der heutigen Aktie. Damals war eine Aktie ein Wertpapier, das in Tresoren lagerte. Heute läuft das alles digital. Wertpapier heißt es trotzdem noch. Die VOC ermöglichte sich mittels der Aktien einen Kapitalstock, mit dem sie ihre Handelsflotte aufbauen und lukrative Fahrten nach Asien organisieren konnte. Es ging also darum, sich Kapital zu beschaffen. Und das ist auch heute noch der Zweck von Aktien. 

Aktien in der Gegenwart: Was sind Aktien heute?

Unternehmen stehen auch heute in gegenseitigem Wettbewerb. Damit sie konkurrenzfähig bleiben und überleben, müssen sie innovativ sein, expandieren, gutes Personal einstellen und natürlich Marketing betreiben. Dafür benötigen sie immer wieder frisches Geld.  

Es gibt nun zwei Optionen, um an dieses Geld zu gelangen: Ein Unternehmen kann sich Fremdkapital oder Eigenkapital beschaffen. 

Beschaffung von Fremdkapital: Kredite und Anleihen

Die Bedeutung von Fremdkapital steckt bereits im Namen. Das Unternehmen - nennen wir es Larifari AG - nutzt nicht eigenes Kapital, sondern leiht sich das benötigte Geld. 

Fremdkapital von der Bank

Die Larifari AG (AG steht übrigens für Aktiengesellschaft) hat nun wiederum zwei Optionen, sich fremdes Geld zu beschaffen: Entweder, sie leiht es sich bei der Bank, oder aber sie leiht es sich von Anlegern am Kapitalmarkt. Bei der Bank läuft es quasi genauso wie bei dir als Privatperson, wenn du dir einen Kredit bei der Bank nimmst. Du gehst zur Bank, erzählst dem Kundenbetreuer, wofür du das Geld brauchst, du bekommst das Geld und zahlst einen vereinbarten %-Zins, solange bis du den Kredit abgezahlt hast. Genau das Gleiche kann die Larifari AG auch machen. 

Fremdkapital von Anlegerinnen

Sie kann aber auch hingehen und sagen: nee, lass ma nicht zur Bank gehen, sondern lieber Geld am Kapitalmarkt besorgen. In diesem Fall gibt sie Anleihen aus, auch Unternehmensanleihen genannt. Diese Anleihen kannst du dann an der Börse erwerben. Wenn du das tust, leihst du der Larifari AG dein Geld.

Der Preis des Geldes – oder: Was sind Zinsen?

So, und das Geld, dass sich die Larifari AG bei der Bank oder bei dir als Anlegerin leiht, bekommt sie ja nicht einfach so. Für diese Leihe zahlt die Larifari AG Zinsen.

Das ist das Gleiche, als wenn du als Privatperson Zinsen für einen Kredit zahlst. Die Zinsen sind der Preis, den du für das ausgeliehene Geld zahlst. Und der Preis, bzw. die Zinsen richten sich nach deiner Bonität, also deiner Kreditwürdigkeit: Bist du eine gute Schuldnerin, mit ausreichend hohem Einkommen und ohne vergangene Zahlungsschwierigkeiten, dann musst du weniger für das geliehene Geld zahlen.
Denn die Bank hat ja ein Risiko, wenn sie dir Geld leiht. Es könnte nämlich sein, dass du die Kohle gar nicht zurück zahlst. Kreditausfallrisiko nennt sich das. Daher schätzt die Bank ab, wie hoch das Risiko für den Kreditausfall ist. Je schlechter deine Kreditwürdigkeit, desto höher die Zinsen, die du zahlen musst (übrigens zahlen Frauen oft höhere Zinsen, als Männer. Selbst hier schlägt also der Penisbonus zu).

Und das gleiche Prinzip gilt auch für Unternehmen wie die Larifari AG. Die Bank verlangt Zinsen als Risikoprämie. Und auch die Käuferinnen der Anleihen bekommen einen fest vereinbarten Zins dafür, dass sie der Larifari AG durch den Kauf der Anleihe Geld ausleihen (Anleihen gehören zu den Wertpapieren, und werden wegen des fest vereinbarten Zinses auch „festverzinsliche Wertpapiere“ genannt). 

So viel zum Fremdkapital. Die Larifari AG kann sich aber auch auf anderem Wege Geld beschaffen. Nämlich indem sie Anteile von sich verkauft. Genau wie die VOC damals. 

Beschaffung von Eigenkapital

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Stell dir vor, die Friseurin von nebenan würde dir anbieten, dass du bei ihr einsteigen kannst. Du musst nichts machen, außer ihr einen Anteil vom ihrem Friseurladen abzukaufen. Sie betreibt ihren Laden weiter und nutzt dein Geld dafür, einen weiteren Laden zu eröffnen. Du bist nun Anteilseignerin. Das bedeutet dreierlei: 

1. Dividenden (auch Gewinnausschüttungen): Du wirst an den Gewinnen beteiligt. Denn du besitzt de facto einen Teil des Unternehmens, daher steht dir auch einen Gewinnbeteiligung zu.

2. Stimmrecht: Du kannst mitreden, wenn es um Entscheidungen geht. Als „Mitbesitzerin“ bestimmst du z.B. mit, wie die strategische Ausrichtung sein wird, oder wie viel von den Gewinnen an die Anteilseigner ausgeschüttet und wie viel in das Unternehmen reinvestiert wird.

3. Du trägst auch das volle Risiko. Fährt sie den Laden an die Wand, siehst du dein Geld nie wieder. 

Genau wie bei diesem Beispiel mit dem Friseurladen läuft es mit Unternehmensaktien, die du an der Börse erwerben kannst. Dir gehört ein Teil der Larifari AG. Daher wirst du jährlich zur Hauptversammlung eingeladen, wo du von deinem Stimmrecht Gebrauch machen kannst. Als Besitzerin von nur einer einzigen Aktie hat deine Stimme allerdings verschwindend wenig Gewicht (es gibt übrigens auch Aktienarten, bei denen du kein Stimmrecht hast). Außerdem bekommst du eine prozentuale Beteiligung am Gewinn, nämlich Ausschüttungen, die auch Dividenden genannt werden. 

Das Risiko von Aktien

Das waren die Basics, die du über Aktien wissen musst, um Aktien zu verstehen.

Wenn es allerdings darum geht, welche Aktien du kaufst und wie du Aktien kaufst, wird es ernster. Wie bei allen (!) Anlageklassen gibt es bei Aktieninvestments natürlich Risiken. Wie du gesehen hast, trägst du als Aktionärin das volle Risiko. Wenn ein Unternehmen pleite geht, dann hast du dein Geld verloren.  

Die Risiken bei der Geldanlage zu kennen ist das A und O. Denn nur dann kannst du deine Geldanlage strategisch so aufstellen, dass du diese Risiken minimierst. Ein immer beliebteres Vehikel für risikominimiertes Investieren ist das passive und langfristige Investieren in ETFs. Börsengehandelte Indexfonds (zu Englisch: ETF - Exchange Traded Fund) eignen sich gut für die Altersvorsorge. 

Um ETF für die Altersvorsorge smart einzusetzen, bedarf es nur einmal einige Stunden Wissensaneignung, um die Grundlagen zu kennen und daraufhin die eigene einfache Strategie festzulegen.

Danach kostet es nur maximal 4 Stunden im Jahr, um das eigene ETF-Portfolio wieder entsprechend der Strategie in Balance zu bringen (Rebalancing).

Das wars. Geldanlage muss nicht schwer sein. Geldanlage mit ETFs ist sogar ziemlich einfach, wenn du es einmal verstanden hast. 

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