Sparen: Darum ist Sparen kein "Kann", sondern ein "Muss"

Sparen ist nicht optional

Es kommt ein wenig auf deine persönliche finanzielle Situation an, also ob du mit 30 schon mit ein paar hunderttausend Euro rentabel investiert bist, oder eben nicht. Wenn nicht, ist Sparen nicht optional für dich, sondern eigentlich obligatorisch!

 

Selbst Gutverdiener werden von Altersarmut betroffen sein, nämlich von gefühlter Armut, wenn sie nichts für ihr drittes Alter zurücklegen. Wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen, dann ist Sparen während des Arbeitslebens ein Muss. Ich bezweifle, dass jemand, der 3.000€ netto verdient, im Alter ohne Probleme mit 1.200€ auskommt.

 

Das Rentenniveau wird ab 2030 nur bei etwas über 40% liegen. Diese Zahl ist zwar ein Durchschnittswert, aber es ist ein guter Richtwert, an dem du sehen kannst: Mit der gesetzlichen Rente wirst du nicht weit kommen.

 

Selbst wenn du mit 50% oder 60% von deinem letzten Netto in Rente gehen würdest: Viel zu wenig. Neben der Miete und anderer Fixkosten, willst du ja schließlich auch noch was essen. Und dabei soll es ja nicht bleiben: Urlaub, Essen gehen, Theater, Kino, Shoppen, Schwimmen, Kaffee trinken, Auto, usw.: Das alles willst du ja wohl während deines Rentenlebens machen können, ohne nebenbei noch arbeiten und jeden Cent umdrehen zu müssen. 


Du baust dir ja im Laufe des Lebens einen Lebensstandard auf, den du in Rente nicht plötzlich wieder runterschrauben kannst - und vor allem nicht runterschrauben willst. Da hängt nicht nur deine Wohnung dran, sondern auch deine sozialen Kontakte, die wahrscheinlich ähnlich konsumieren wie du (Veranstaltungen & Cafés inbegriffen). Es gibt genug Frauen, die sich ihre Teilhabe am Sozialleben im Alter durch Putzen finanzieren müssen. Glaub mal nicht, dass die 1.300 € auf deinem Rentenbescheid ja doch voll ausreichen. Hör auf, dich selber zu verarschen.

 

Nimm mal 40% von deinem Nettoeinkommen und stelle dir vor, wie es sich damit über viele Jahre hinweg leben würde. Apropos: Denk mal drüber nach, wie lang dein Rentenleben sein wird. Wir werden alle immer älter, besonders wir Frauen. Mit 10 Jahren ist es da nicht getan. Wenn es gut läuft, wirst du 95. Für den Fall solltest du ausreichend Kohle haben. Alternativ lebst du in Armut oder springst mit 70 einfach aus dem Fenster. 

                                                        

 

Altersarmut

Schon heute leben 15% der Rentner in relativer Altersarmut. Tendenz steigend. Bei Frauen sieht es richtig düster aus. Im Schnitt beziehen Frauen in Deutschland 46% weniger Rente, als Männer. Damit attestiert eine Studie der OECD uns Deutschen die Pole Position in Sachen Pension Gap in den OECD-Ländern. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass Mütter vornehmlich in Teilzeit arbeiten. Die Teilzeitquote von erwerbstätigen Frauen mit minderjährigen Kindern liegt bei satten 66 %.

 

Das sind jedoch alles Statistiken, die mit Durchschnittswerten rechnen. Das ist gut, um eine Tendenz zu erkennen und uns aufzurütteln. Aber lassen wir die Statistiken mal außen vor, denn so erschreckend sie sind, es zählt nur eins: Mit wie viel Geld würdest du dich arm fühlen? Wie viel Geld willst du als monatliche Rente haben? Wie kannst du dieses Ziel erreichen?

Start small, finish big

Es führt kein Weg daran vorbei: Um dein Ziel zu erreichen, lautet der erste Schritt: Sparen.

 

Wie lautet nochmal dein übergeordnetes Ziel?

 

Nicht arm sterben.

 

Keine Sorge, das beste, was du machen kannst, ist in kleinen Schritten darauf hinzuarbeiten. Zuerst verschaffst du dir einen Überblick über deine Ausgaben. Dann siehst du zu, dass du deine Sparquote so hoch wie möglich hältst, ohne, dass du ein Leben mit Verzicht leben musst. Die goldene Mitte zwischen Verschwendung und Geiz wirst du schon finden. 

 

Auch wenn du jetzt noch nicht mit dem Investieren deines Geldes startest: Fang an, Geld zurückzulegen. Ob du es in 2 Wochen oder in erst in einem Jahr investierst: Chill. Leg so viel zurück wie geht, und informiere dich Schritt für Schritt so viel wie möglich und so umfassend wie nötig über das Investieren in Aktien (oder vermietete Immobilien, wenn dir das lieber ist und du genug Kapital hast).

 

Denn Sparen alleine wird nicht ausreichen. Du brauchst Rendite, um dein Ziel zu erreichen.  

 

Du wirst sehen, dass du zwar klein beginnst, aber step-by-step super viel erreichen kannst.

Mach nicht den Fehler und denke: Das lohnt sich sowieso nicht. DOCH! Das lohnt sich! Und es macht sogar Spaß, wenn man sieht, wie viel man doch so erreichen kann, wenn man jeden Monat spart, einen Teil davon investiert, und sich eine ordentliche Rendite erwirtschaftet. 

 

Bevor du investierst, solltest du auf jeden Fall deine eiserne Reserve aufgebaut haben.


 Fußnoten

* Meine Oma geht putzen

*  Studie der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD)

OECD-Länder: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechische Republik, Dänemark, Europäische Gemeinschaft, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien, Japan, Korea, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Polen, Portugal, Slowakische Republik, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Die OECD unterhält auch Arbeitsbeziehungen zu mehr als 70 anderen Ländern.

* Gender Pension Gap: Wie Gender Pay Gap halt, aber auf die Altersrente bezogen

* Teilzeitquote: Statista

 

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