3 Gründe, warum du einen Notgroschen brauchst

Was ist mit dem Notgroschen gemeint?

Notgroschen oder eiserne Reserve: Das ist ein Betrag X, den du dir ansparst und für Notfälle immer parat hast.

 

Als Richtwert werden 3 Monatsgehälter empfohlen. Für mich fühlt sich das genau richtig an. Das ist als Angestellte meines Erachtens auch ausreichend. Als komplett Selbstständige würde mein Notgroschen eher 4-6 Netto-Monatseinnahmen betragen. 

 

Eigentlich reicht es, wenn man nicht von Monatseinkommen, sondern von den Monatsausgaben ausgeht. Denn wenn du mal 3 Monate ohne Einkommen überbrücken musst, ist das ein Notfall, bei dem du deine Sparraten ausnahmsweise zurückstellen kannst und nur deine laufenden Ausgaben decken musst. Es kommt auf deine persönlichen Umstände an, und darauf, mit wie viel du dich ausreichend sicher fühlst. Überlege für dich, was am meisten Sinn für dich macht. Die Corona-Krise hat gezeigt: Ein Notgroschen kann ein sehr wichtiger Puffer sein. Setze ihn nicht zu niedrig an.

 

Wofür ist dieser Notgroschen da? Wie gesagt, für Notfälle: Du gerätst in einen Rechtsstreit, du braucht neue Zähne, die Waschmaschine geht kaputt, du musst im Urlaub für eine Arztbehandlung in Vorleistung gehen, du musst 3 Monate ohne Einkommen überbrücken (soll ja vorkommen). Wenn ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt, hast du den Notgroschen als guten Puffer.

 

Wie genau du Notgroschen definierst, hängt mal wieder von dir ab:

  • Wenn die Waschmaschine eh schon aus dem letzten Loch pfeift, wird es nicht so ganz überraschend sein, wenn sie komplett den Geist aufgibt. Daher kannst du schon anfangen, neben dem Notgroschen hierfür einen extra Spartopf aufzumachen.
  • Das Auto muss zur Reparatur: Auch eigentlich etwas, womit man rechnen muss. Das schreit nach Extra-Spartopf.
  • Der Hund muss zum Arzt: kann man in die laufenden Kosten schon einkalkulieren
  • Du schmeißt dein Smartphone zum zehnten Mal auf den Boden, und diesmal macht es das nicht mehr mit: Notfall? Naja, kann man machen🙂 Viele haben sogar einen separaten Notgroschen-Light für Handy und Laptop

Warum du den Notgroschen unbedingt brauchst

1. Du bist nicht auf den Dispo angewiesen

Wenn ein Notfall eintritt, greifen viele auf den bequemen Dispo-Kredit zurück. Je nachdem, wie hoch die benötigte Summe ist, kann es unter Umständen Monate dauern, da wieder rauszukommen. Dispositionskredite sind teuer und sollten unbedingt vermieden werden. Ganz abgesehen von der psychologischen Komponente: Es lebt sich viel angenehmer, wenn man immer im Plus ist, aber zumindest nicht im Minus. Mit Schulden zu leben bringt dich finanziell nicht vorwärts. Es sollte jedoch dein Ziel sein, finanziell vorwärts zu kommen.

2. Du musst andere Ausgaben nicht aufschieben

Es passierte meiner Arbeitskollegin: Die Waschmaschine ging kaputt. Eine neue musste her. Welches Geld wurde dafür genommen? Das Urlaubsgeld. Das hieß konkret: Urlaub auf Balkonien. Blöd. Hätte sie einen Notgroschen gehabt, wäre es kein Problem gewesen, eine neue WaMa zu kaufen, und trotzdem in den Urlaub zu fahren. 

 

Eine andere Kollegin: Kein Notgroschen vorhanden. Dann geht der private Laptop kaputt. Einen neuen kann sie sich erstmal nicht leisten. Also muss das olle Tablet herhalten. Geht auch. Neuer Laptop wär aber geiler gewesen. 

 

Ich selber: Im Urlaub in Marokko habe ich mir den Fuß gebrochen. Ich war tiefenentspannt, abgesehen vom Schmerz, denn ich habe ja meinen Notgroschen. Auch wenn ich natürlich eine Auslandskranken- und Unfallversicherung habe, muss man ja meistens in Vorleistung gehen, wenn man im Ausland zum Arzt oder ins Krankenhaus muss.

Ich wusste: Auch wenn das jetzt 3.000 Euro kostet: Es ist kein Problem. Das Geld liegt auf meinem Tagesgeldkonto. Ich muss niemanden anpumpen oder mit der Versicherung diskutieren, dass ich nicht in Vorleistung gehen kann. Ich kann mir ohne Probleme einen früheren Flug nach Hause kaufen. Und das Ganze  würde bedeuten, dass ich nicht an das Geld für meine Altersvorsorge ran muss, oder meine geplante Ausgaben für ein neues Notebook aufschieben muss.

Naja, am Ende hat es mich inklusive Krankenhaus, Taxifahrten, neuem Flug und Medikamenten maximal 400 EUR gekostet. Easy.

 

Unter "andere Ausgaben" fallen auch deine Sparraten. Wenn du plötzlich eine große Ausgabe hast, wirst du deine Sparraten erstmal zurückstellen. Nicht sehr befriedigend. Es wirft dich in deinen Plänen zurück. 

3. Du fühlst dich sicherer

Wenn du deinen Notgroschen einmal angespart hast, dann wirst du sehen, wie gut sich das anfühlt. All die Beispiele oben: Du bist gewappnet. Du weißt: Da liegt meine eiserne Reserve, und sie wird mich schützen vor finanziellen Sorgen, vor dem Dispo, vor ausgefallenem Urlaub, vor der blöden Frage an Mama und Papa, ob sie nicht vielleicht nochmal einspringen können. Du bist erwachsen und willst doch finanziell unabhängig sein, oder?

Dein erstes Ziel

Der Aufbau deiner Notreserve sollte dein erstes Sparziel sein. Als ich anfing, ihn aufzubauen, habe ich mir genau definiert, mit welchem Betrag ich ihn monatlich anspare, was meine Zielsumme ist, und wann ich mein Ziel erreicht haben würde. Ich empfehle dir das auch. Und wenn du 12 oder mehr Monate brauchst: egal. Hauptsache, du fängst an, dir diesen wichtigen Puffer auf ein Tagesgeldkonto anzusparen. 

 

Beispiel: Du willst 6.000 Euro als Notgroschen sparen. 2.000 Euro hast du schon. Dann definiere z.B. 18 Sparraten zu je 220 Euro. Nach 18 Monaten hast du 5.960 Euro zusammen. Mal ehrlich, 18 Monate sind schnell rum und dann hast du das Thema Notgroschen abgehakt.

 

Es ist übrigens völlig in Ordnung, dass das Geld auf dem Tagesgeldkonto liegt! So ist es schnell verfügbar und nicht dem Risiko ausgesetzt, dass es kurzfristig stark an Wert verliert. 

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