3 Gründe, warum du einen Notgroschen brauchst

Was ist mit dem Notgroschen gemeint?

Notgroschen oder eiserne Reserve: Das ist ein Betrag X, den du dir ansparst und für Notfälle immer parat hast.

 

Als Richtwert werden 3 Monatsgehälter empfohlen. Für mich fühlt sich das genau richtig an. Das ist als Angestellte meines Erachtens auch ausreichend. Als komplett Selbstständige, würde mein Notgroschen eher 4-6 Netto-Monatseinnahmen betragen. Als Beamtin würde er vielleicht sogar nur 2 Netto-Gehälter hoch sein. 

 

Es kommt auf deine persönlichen Umstände an, und darauf, mit wie viel du dich ausreichend sicher fühlst. Überlege für dich, was am meisten Sinn für dich macht.

 

Wofür ist dieser Notgroschen da? Wie gesagt, für Notfälle: Du gerätst in einen Rechtsstreit, du braucht neue Zähne, die Waschmaschine geht kaputt, du musst im Urlaub für eine Arztbehandlung in Vorleistung gehen. Wenn ein unvorhergesehenes Ereignis auftritt, hast du den Notgroschen als guten Puffer. 

 

Wie genau du Notgroschen definierst, hängt mal wieder von dir ab:

  • Wenn die Waschmaschine eh schon aus dem letzten Loch pfeift, wird es nicht so ganz überraschend sein, wenn sie komplett den Geist aufgibt. Daher kannst du schon anfangen, neben dem Notgroschen hierfür einen extra Spartopf aufzumachen.
  • Das Auto muss zur Reparatur: Auch eigentlich etwas, womit man rechnen muss
  • Der Hund muss zum Arzt: kann man in die laufenden Kosten schon einkalkulieren
  • Du schmeißt dein Smartphone zum zehnten Mal auf den Boden, und diesmal macht es das nicht mehr mit: Notfall? Naja, geht so. Viele haben einen separaten Notgroschen-Light für Handy und Laptop

Warum du den Notgroschen unbedingt brauchst

1. Du bist nicht auf den Dispo angewiesen

Wenn ein Notfall eintritt, greifen viele auf den Dispo-Kredit zurück. Je nachdem, wie hoch die benötigte Summe ist, kann es unter Umständen Monate dauern, da wieder rauszukommen. Dispositionskredite sind teuer und sollten unbedingt vermieden werden. Ganz abgesehen von der psychologischen Komponente: Es lebt sich viel angenehmer, wenn man immer im Plus ist, aber zumindest nicht im Minus. 

2. Du musst andere Ausgaben nicht aufschieben

Es passierte meiner Arbeitskollegin: Die Waschmaschine ging kaputt. Eine neue musste her. Welches Geld wurde dafür genommen? Das Urlaubsgeld. Das hieß konkret: Urlaub auf Balkonien. Blöd. Hätte sie einen Notgroschen gehabt, wäre es kein Problem gewesen, eine neue WaMa zu kaufen, und trotzdem in den Urlaub zu fahren. 

 

Eine andere Kollegin: Kein Notgroschen vorhanden. Dann geht der private Laptop kaputt. Einen neuen kann sie sich erstmal nicht leisten. Also muss das olle Tablet herhalten. Geht auch. Neuer Laptop wär aber geiler gewesen. 

 

Ich selber: Im Urlaub in Marokko habe ich mir den Fuß gebrochen. Ich war tiefenentspannt, abgesehen vom Schmerz, denn ich habe ja meinen Notgroschen. Auch wenn ich natürlich eine Auslandskranken- und Unfallversicherung habe, muss man ja meistens in Vorleistung gehen, wenn man im Ausland zum Arzt oder ins Krankenhaus muss.

Ich wusste: Auch wenn das jetzt 3.000 Euro kostet: Es ist kein Problem. Das Geld liegt auf meinem Tagesgeldkonto. Ich muss niemanden anpumpen oder mit der Versicherung diskutieren, dass ich nicht in Vorleistung gehen kann. Ich kann mir ohne Probleme einen früheren Flug nach Hause kaufen. Und das Ganze  würde bedeuten, dass ich nicht an das Geld für meine Altersvorsorge ran muss, oder meine geplante Ausgaben für ein neues Notebook aufschieben muss.

Naja, am Ende hat es mich inklusive Krankenhaus, Taxifahrten, neuem Flug und Medikamenten maximal 400 EUR gekostet. Easy.

3. Du fühlst dich sicherer

Wenn du deinen Notgroschen einmal angespart hast, dann wirst du sehen, wie gut sich das anfühlt. All die Beispiele oben: Du bist gewappnet. Du weißt: Da liegt meine eiserne Reserve, und sie wird mich schützen vor finanziellen Sorgen, vor dem Dispo, vor ausgefallenem Urlaub. 

 

Es kann vermutlich immer mal was passieren, was dem Fass den Boden ausschlägt, also komplett unerwartet und teuer ein riesiges Loch in deine Finanzen schlägt, sodass selbst der Notgroschen nicht ausreicht. Mit den richtigen Versicherungen, wüsste ich aber gerade nicht, was das sein könnte. Vielleicht weißt du ja ein Beispiel.  

Dein erstes Ziel

Der Aufbau deiner Notreserve sollte dein erstes Sparziel sein. Als ich anfing, ihn aufzubauen, habe ich mir genau definiert, mit welchem Betrag ich ihn monatlich anspare, was meine Zielsumme ist, und wann ich mein Ziel erreicht haben würde. Ich empfehle dir das auch. Und wenn du 12 oder mehr Monate brauchst: egal. Hauptsache, du fängst an, dir diesen wichtigen Puffer auf ein Tagesgeldkonto anzusparen. 

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