Fang an zu scheitern

Erfolg ist im ersten Schritt nicht monetär

Vor vielen Jahren startete ich ein Blog, das nach sehr kurzer Zeit recht erfolgreich war. Es ging um Geschichten aus dem Arbeitsalltag. Noch heute verirrt sich hin und wieder ein dutzend Besucher dorthin, obwohl der letzte Eintrag fünf Jahre her ist. Damals fasste ich den Entschluss, ein ganzes Buch zu schreiben. Bis heute habe ich es nicht geschrieben. Denn dafür braucht es Zeit, aber vor allem Muße. Ich lasse aber nicht von meinem Vorhaben ab. Was ich mir vornehme, ziehe ich früher oder später durch. Und ich habe ja Bock drauf, daher bleibt es auf meiner Agenda. Warum ich das erzähle?

 

Es gab verschiedene Reaktionen auf mein Vorhaben. Die eine war: „Ja cool, mach das! Ich freu mich drauf.“ Gegen diese Reaktion ist nichts auszusetzen. Eine andere war: „Oh cool, lass ein Buch zusammen schreiben“, oder „lass mich dein Verleger sein“. Das ist die „Ich will mich an deinen Erfolg dranhängen“-Variante, oder neudeutsch: „Ich will mich an deinen Eiern hochziehen“. Das ist auch völlig okay, meine Güte.

 

Eine Reaktion hat mich aber aufgeregt, und ich habe erst spät verstanden, warum: „Ja gut, aber mit Büchern verdienst du heute doch nichts mehr“. Was sagt mir dieser Satz? Abgesehen davon, dass er mir auf plumpe Art und Weise vorwirft, hoffnungslos naiv zu sein bezieht er sich einzig und allein auf den monetären Aspekt.

Die aussagende Person vergisst dabei aber etwas. Sie missachtet, dass es ein Erlebnis ist, ein Buch zu schreiben; dass man viel mehr tut als „nur“ Schreiben. Das Schreiben an sich ist ein Prozess; man muss sich um die Gestaltung kümmern, um den Vertrieb, die Pflege des Blogs oder der Website, und alle möglichen Kleinigkeiten. Man lernt dabei.

 

Lass dich nicht von anderen auf der Stelle treten lassen

Lass dich nicht verunsichern, wenn du in einer ähnlichen Situation bist. Was hat die andere Person davon, dass du dein Vorhaben nicht umsetzt? Nichts. Und was hast du davon? Nichts.

 

Wenn du es aber umsetzt hast einen Lernprozess, du bleibst in Bewegung und hast am Ende vielleicht ein Erfolgserlebnis. Du wirst in dich selber investiert haben, in deinen eigenen Fortschritt. Auch wenn du scheiterst.

 

Scheitern ist bei uns nicht schick. Aber es darf für dich kein Grund sein, dich zu schämen. Erfolgreiche Menschen scheitern viel öfter als weniger erfolgreiche, und zwar weil sie ständig Sachen ausprobieren. Sie scheitern, aber sie sammeln dadurch eine Menge Erfahrung, die sie letztendlich immer besser macht in dem was sie tun. 

 

Ok, mal ehrlich, wenn du ein naiver Trottel bist, der sich ständig überschätzt, aus seinen Fehlern eben nicht lernt, gerne ins Klo greift und es trotzdem immer wieder versucht, wirst du nicht zwangsläufig irgendwann erfolgreich. Ich finde dich trotzdem cooler, als jeden, der gern möchte, aber es aus Schiss zu versagen und Angst vor dem Urteil der anderen nicht mal probiert.

 

Was kümmern dich also die anderen? Viele von ihnen freuen sich, wenn du auf der Stelle trittst, denn das erhöht die Chance, dass sie sich schneller bewegen als du.

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