Warum Geld wichtig ist und wie auch du Geld wichtig finden kannst

 

Wie kann man sich darüber ärgern, zu wenig Geld zu haben, und gleichzeitig behaupten, Geld sei nicht wichtig? Richtig, das widerspricht sich. 

Ich war so blöd

Ich verrate dir was: Jedes Mal, wenn ich ich mein Gehalt bekomme, freue ich mich. Das war schon immer so. Nur wenn mir klar wurde, was ich alles nicht haben und machen kann, weil ich zu wenig Geld hatte, schimpfte ich auf Geld – und gab meinen Freunden erst recht noch eine Runde Bier aus. „Is´ ja eh egal.“

 

Ganz ehrlich: Ich dachte immer, ich sei einigermaßen aufgeklärt, was Wirtschaft und Finanzen angeht. Gleichzeitig wusste ich nie, wofür ich denn bitte sparen soll. In den Talkshows wurde vor ein paar Jahren oft suggeriert, Sparen lohne sich nicht. Man solle das Geld lieber ausgeben. Irgendwie nahm ich mir das zu Herzen und verschwendete keinen Gedanken daran, Geld beiseite zu legen.

 

Bis ich meine ersten Vollzeit-Stelle hatte. Vorbei waren die Uni-Prüfungen und Bewerbungen. Frei war der Kopf für die Frage aller Fragen: Wie legt man sein Geld am besten an? Ich fing an mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und merkte schnell: Im Grunde hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung von Geld, Altersvorsorge und Vermögensaufbau. Und so begab ich mich auf die Suche nach Antworten auf all meine Fragen.

 

Gefühlt tausend Mal schämte ich mich in Grund und Boden, wenn mir klar wurde: Oh Mann, warum wusste ich das alles nicht? 

Emanzipiert am Arsch

Als vermeintlich emanzipierte Frau musste ich mir eingestehen, dass ich reichlich dumm gewesen war. Beinahe wäre ich mit meiner Einstellung zudem in die klassische Falle getreten: „Arbeiten ist scheiße, ich bin froh, wenn ich endlich Kinder habe, denn dann kann ich zu Hause bleiben und mein Ding machen.“

 

Gut, dass ich diese Einstellung erfolgreich hinter mir gelassen habe. Das ist nur passiert, weil ich meinen Horizont durch die ganze Beschäftigung mit Geld um Welten erweitert habe. Denn vor allem die Themen Gleichberechtigung und Emanzipation spielen eine große Rolle im Geld-Game.

 

Mittlerweile kennen ich mich mit Finanzplanung aus, lege mein Geld in Aktien an, und suche motiviert meinen Weg zur Selbstverwirklichung. Das Leben ist schließlich dazu da, ihm einen Sinn zu geben.

Wie du Geld wichtig finden kannst, ohne dich selbst zu verraten

„Wie wir mit Geld umgehen, wie wir Geld wahrnehmen, und wie wir Geld benutzen, bestimmt auf fundamentale Weise, wie wir unser Leben leben.“ 

Rev. Mark Bozzuti-Jones — Trinity Church Wallstreet

 

Es ist doch so:

 

Wo früher ein Gefühl der Gegenseitigkeit herrschte, das die Wechselbeziehung zwischen den Menschen geformt hat, da ist heute Geld. Es ermöglicht uns, theoretisch komplett isoliert, ohne Freunde, Bekannte und Nachbarn zu überleben. Da ist keine Gegenseitigkeit. Geld kauft uns frei davon. Du zahlst, ich liefere – Schuld beglichen.

 

Das macht Geld so kalt und unsozial in seinem Wesen. Das lässt vor allem Frauen oft im Glaubenssatz verhaften, Geld sei nicht wichtig. Dass Geld noch nie so im Zentrum stand, wie es das heute tut, wird einfach ignoriert. Die zivilisierte Welt hat sich aber nunmal darauf geeinigt, dass Geld einen Wert hat. Das macht Geld unwiederbringlich zu einen maßgeblichen zwischenmenschlichen Werkzeug.

 

Falls du in dieser "Geld ist scheiße"-Falle steckst, so wie ich früher, dann ein kleiner Tipp, wie du dich davon befreien kannst: Unterscheide zwischen dem Wesen des Geldes (kalt und unsozial) und dem Zweck des Geldes.

Das kalte Geld hat einen guten Zweck

Der wichtigste Zweck ist ganz klar deine Unabhängigkeit. Nur wenn du ausreichend Geld hast, bist du unabhängig. Meines Erachtens sollte die eigene Unabhängigkeit immer das oberste Ziel sein. Denn das Gegenteil ist Abhängigkeit: Von Behörden, von Familienmitgliedern, von Partnern. Kurzfristig ist das manchmal vielleicht nicht zu umgehen, aber mittel- und langfristig sind Abhängigkeiten einfach nicht geil, denn sie können uns in unseren Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten sehr einschränken.

 

Ebenfalls ein nicht zu verachtender Zweck: Mit Geld hast du ganz einfach die Wahl. Statt des unfairen Billigkaffees kannst du Fairtrade-Bohnen kaufen, das bessere Pflegeheim mit mehr Pflegekapazitäten wählen, nachhaltige Klamotten shoppen, eine Putzkraft einstellen, die gute Waschmaschine kaufen, den Urlaub ganz nach deinem Geschmack machen... dich von deinem Partner trennen, wann du willst, ohne in finanzielle Schieflache zu geraten...und so weiter.

 

Sowohl jetzt während deines Berufslebens, als auch als Rentnerin willst du doch sicher lieber die Wahl haben, als wegen zu wenig Geld auf etwas verzichten zu müssen, und wenn es "nur" deine Freiheit ist. Das ist ein völlig legitimer Anspruch den du erheben kannst - gegenüber dir selber, aber auch gegenüber deinem Partner/Partnerin, ohne das Gefühl zu haben, dass du "unromantisch" und "asozial" bist. 

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